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18. Nacht der Schlösser im Zeitsprungland

Die einzigartige und mittlerweile auch traditionsreiche Veranstaltung „Nacht der Schlösser" in der Tourismusregion Zwickau – dem Zeitsprungland feiert in diesem Jahr am 25. August ihren 18. Geburtstag.

Tage der Industriekultur 2018

Bereits zum zweiten Mal finden in der Region Zwickau vom 21. bis 23.09.2018 die Tage der Industriekultur statt.

Angelehnt an die Chemnitzer Tage der Industriekultur gibt es auch in diesem Jahr im Landkreis Zwickau die Spätschicht und den Zeitsprungtag.

Sonderausstellung "60 Jahre Trabant" im August Horch Museum

Audistraße 7
08058 Zwickau
Tel. 0375 27173812
Fax 0375 27173811
info@horch-museum.de
website

Ersehnt, geliebt, gehasst, unvergessen – 60 Jahre Trabant


In der Entwicklungsgeschichte des Automobils gibt es nur wenige Fahrzeuge, die mehrfach symbolische Bedeutung erlangen. Der mit zwei Zylindern in zwei Takten angetriebene Kleinwagen aus Zwickau schon. Seine offizielle Geburt findet symbolträchtig am 7. November 1957 statt, dem 40. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Er wird auf den Namen „Trabant" getauft, was soviel bedeutet wie „Begleiter" oder „Weggefährte". Tatsächlich begleitet er die Mobilitätsentwicklung der DDR wie kein anderes Auto. Er fährt und fährt Jahrzehnte. Er ist Weggefährte bei Urlaubsfahrten mit der vierköpfigen Familie an die Ostseeküste, in die CSSR, nach Ungarn oder an die bulgarische Schwarzmeerküste. Er ist Lastesel für Zement- oder Sandsäcke, Fliesen, Möbel, Waschmaschinen, Kühlschränke oder allerlei „Bückware". Mit 415 Litern Kofferraumvolumen ist die Limousine im Kleinwagensegment bis heute Spitze. Besitzer eines Kombis ziehen an Flexibilität gar das große Los mit fast schon Tiefladerqualitäten.


Durch seine austauschbare Kunststoffaußenhaut und der damit verbundenen Reparaturfreundlichkeit bietet er sich für die Selbsthilfe an und wird so zum Sinnbild der DDR-Gesellschaft. Eigeninitiative, handwerkliche Fähigkeiten, Hilfsbereitschaft und Ideenreichtum führen seine Besitzer fast zu einer verschworenen Zweckgemeinschaft zusammen und ermöglichen vielen Trabants bis zu drei Leben – notgedrungen. Der Mangel an zu wenig Neufahrzeugen brachte irrwitzig lange Wartezeiten bei Neubestellungen hervor und zog einen riesen Fertigungsaufwand an Ersatzteilen nach sich.
Mit über 30 Jahren Produktionszeit wird der Trabant aber auch zum Symbol des Stillstandes und der Unzufriedenheit in der DDR-Volkswirtschaft.
Das ändert sich mit der Wende und letztendlich der Grenzöffnung schlagartig. Lange Auto-Kolonnen mit massenhaft auftretenden Trabis zwischen wenigen Wartburgs und Ladas gehen durch die Medien. Jubelnd werden Trabantfahrer begrüßt und Westdeutsche staunen zum Teil, wie weit doch der „Stinker mit der graublauen Wolke" fährt... Plötzlich wird der Trabant zum Symbol der Freiheit und Selbstbestimmung, 1989 sogar zum Auto des Jahres vom Zeit-Magazin gekürt.


Als einstiger ostdeutscher Volkswagen hat er Anfang der 1990er Jahre aber keine Überlebenschance mehr. Vor allem die Sehnsucht der Ostdeutschen nach moderneren Autos beschert ihm ein schnelles Ende.
Bis heute halten dem Sachsen mit Doppeltrapezkarosserie und „Hutkrempe" eine Anhängerschar und Fankreise die Treue. Viele unvergessliche Familiengeschichten sowie Erinnerungen stehen mit ihm in Verbindung. Besonders die Vielfalt des Umganges mit seinem einfach beherrschbarem, robustem technischen Konzept erlaubt eine aktive Szene insbesondere in Clubs und Vereinen mit Mitgliedern mehrerer Generationen. Er ist ein Symbol, ein markanter Meilenstein einer etwas anderen deutschen Gesellschafts- und Technikgeschichte. Das Potenzial zum Kleinwagenklassiker hat er.

 

Geöffnet bis 8. April 2018 und vom 24. April 2018 bis 19. August 2018


insgesamt sind 21 Fahrzeuge zu sehen
- IFA F 8 Cabrio-Limousine
- IFA F 9 Gläsercabrio, Baujahr 1953
- Trabant P 601, Cabrioumbau
- Trabant Tramp von Willi Stoph
- Trabant 1.1 Cabrioumbau FES
- Trabant P 601 Teilbeplankt
- Schnittmodell Trabant P 601
- Trabant P 601 ohne Beplankung
- Trabant mit Dieselmotor, ocker
- Trabant mit Wankelmotor, papyrusweiß
- Einer der „444", Trabant 1.1 Universal, schwarz mit Airbrush
- Trabant P 60 Universal mit Anhänger (Heckteil P 50)
- Trabant P 1.1 Pick up, papyrusweiß
- Trabant-Rennwagen Monoposto, weiß-rot
- Trabant für Tourenwagenrennen, gelb
- Trabant Rallye Safari, grün
- blauer P 601 aus "Go Trabi Go"
- Trabant Explosionsmodell
- 601er Tuning-Modell
- 1.1er Tuning-Modell
- Camptourist CT 6-2, aufgebaut mit voller Ausstattung +++


Die Sonderausstellung ist im normalen Museumseintrittspreis inkludiert und über die Dauerausstellung erreichbar.

Aus dem Film „Go Trabi Go" befinden sich neben dem Star-Trabi „Schorsch" auch das
originale Drehbuch, sowie „Jaquelines" Seesack und der legendäre Gartenzwerg aus Teil 2 in der Ausstellung.

Erwähnenswert unter vielen anderen ist auch der Safari-Trabant. Mehrfach nimmt Michael Kahlfuss aus Möser bei Magdeburg mit seiner „Rennpappe Fritzi" an einer der härtesten Rallyes der Welt teil – der „East African Safari Rallye". 2015, nach rund 4.500 km schwierigster Pistenverhältnisse, erreicht der grüne Trabant als zweitbestes deutsches Team auf Platz 37 das Ziel. Überall sorgt der kleine Exot für Bewunderung und staunende Gesichter.


Wir danken unseren Leihgebern und Helfern, allen voran intertrab e.V., Bert Oehlgardt und Hans-Jürgen Kuhn.

 

Foto: (c) August Horch Museum

 

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