Vom 3. April bis zum 27. September 2026 ist die Fotoausstellung „Zeitkapsel 2. Fotografien von 1954–1988“ im Museum Burg Schönfels zu sehen.
Das Museum Burg Schönfels wurde am 17. Mai 1975 eröffnet und war Teil einer umfassenden kulturpolitischen Strategie. Von Beginn an war es Teil eines größeren staatlichen Konzepts für die Burg. Zur Anlage gehörten neben dem Museum eine Freilichtbühne, eine Gaststätte und wenig später ein Wildgehege. Das Ziel war die Schaffung einer „Museums- und Kulturstätte“, die politische Bildung, sozialistische Kultur und Freizeit miteinander verknüpfen sollte. Veranstaltungen und Ausstellungen sollten ein breites Publikum anziehen und ihm zugleich das offizielle Geschichts- und Gesellschaftsbild der DDR vermitteln.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien, die sowohl Großereignisse als auch alltägliche Momente festhalten. Sie zeigen prominente Gäste, kulturelle Feste und politische Inszenierungen – ebenso wie Szenen der Begegnung und der Arbeit. Gerade die kleinen, oft beiläufigen Aufnahmen verleihen der Ausstellung eine besondere Tiefe. Sie machen die Eigenständigkeit der Menschen vor dem Hintergrund von Großveranstaltungen und Gruppenaufnahmen sichtbar.
Die Burg Schönfels wird in den Fotografien als ein Ort erfahrbar, an dem sich die Verflechtung von Kultur, Politik und Alltag in der DDR eindrücklich nachvollziehen lässt. Die Ausstellung macht deutlich, wie eng öffentliche Inszenierung und persönliches Erleben in dieser Zeit miteinander verstrickt waren.