Ohne Kohle kein Boom!

Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge
Pflockenstraße 28
09376 Oelsnitz/Erz.
Tel. 037298 9394-0
info@bergbaumuseum-oelsnitz.de
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Was vor 150 Jahren für den wirtschaftlichen Boom Sachsens galt, gilt heute für die 4. Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Nun endlich wurde sie am 11. Juli eröffnet, nachdem die für April geplante Eröffnung bedingt durch die Corona-Pandemie abgesagt wurde.

 

Am Schauplatz KohleBoom. im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge tauchen Museumsgäste ein in die Welt der „schwarzen Diamanten" Sachsens. Als wichtigster Energielieferant steht Steinkohle in der Wertschöpfungskette der Industrialisierung am Anfang. Der Freistaat Sachsen verdankt seine Vorreiterrolle in diesem Prozess auch seinen Steinkohlenvorkommen. Die sächsische Wirtschaft hätte im 19. Jahrhundert ohne diesen Rohstoff nicht im bekannten Ausmaß „boomen" können.

 

Entstanden ist eine Ausstellung, die erstmalig einen Eindruck von der Komplexität des gesamten Steinkohlenbergbaus in Sachsen, seiner Bedeutung und Auswirkung auf Mensch, Wirtschaft, Natur und Kultur vermittelt. Unter dem Motto „Kohle – Erbe – Wandel" nimmt das Museumsteam Gäste am authentischen Ort, dem früheren Kaiserin-Augusta-Schacht, mit hinein in die oft noch unbekannte Geschichte dieses sächsischen Bergbauzweiges. „Für die Schauplatzausstellung KohleBoom. war es uns wichtig, uns vom bisher stark technikbezogenen Ansatz des Bergbaumuseums zu lösen. Wir beleuchten nun das Wesen des 800 Jahre währenden Steinkohlenbergbaus auf sächsischem Boden in größerer Breite. Neben technischen Aspekten stellen wir soziale, kulturelle und wirtschaftliche Vorgänge und Ereignisse dar, die mit diesem Montanzweig verbunden sind." fasst Museumsleiter Jan Färber die Idee dieser Schauplatzausstellung zusammen.

 

Auf dem Rundgang über den Schauplatz begeben sich Besuchende auf eine Zeitreise von der Entstehung der Kohle vor 300 Millionen Jahren über die Blütezeit der sächsischen Kohlenreviere im 19. und 20. Jahrhundert bis zum heute noch andauernden Wandlungsprozess nach dem Ende der Förderung. Man entdeckt dabei einen tropischen Urwald und urige Maschinen, erkundet ein geheimnisvolles Bergwerk oder staunt in der alten und doch modernen Schachtschmiede darüber, was eine Ananas mit Steinkohle zu tun hat. Und immer wieder begegnet man Zeitzeugen, die den sächsischen Steinkohlenbergbau geprägt haben. Es wird fesseln und überraschen, auf wen man dabei stößt. Sachsens größte erhaltene und vorführbare Dampfmaschine rundet den Besuch des Schauplatzes ab.

 

Für die Dauer der Landesausstellung 2020 gibt das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge auch einen Ausblick auf das, was hier zurzeit entsteht: Ein modernes Museum, das sich neu erfindet. Auf der Basis eines grundsätzlich überarbeiteten Museumskonzeptes öffnet hier ab 2023 eine zeitgemäße Ausstellung. Deshalb ist das Haus bereits seit Anfang 2019 für den Publikumsverkehr geschlossen. „Nach 33 Jahren im Dauerbetrieb wurde es Zeit für eine Rundumerneuerung", bringt Jan Färber das Ziel auf den Punkt. „Die Landesausstellung 2020 ist für uns eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Neueröffnung 2023. Dann wird nicht nur unser musealer und gesellschaftlicher Auftrag wieder öffentlich sichtbar, sondern das Museum wird als einzigartiger, moderner und vielfältiger Ort sächsischer Industriekultur die touristische Anziehungskraft der Region weiter erhöhen.

 

Begleitend zur Landesausstellung bietet das Bergbaumuseum entsprechend der gegebenen Möglichkeiten Veranstaltungen und Aktionen in bunter Vielfalt an. Neben Schauplatzführungen durch die Ausstellung KohleBoom. zählen dazu verschiedene Familien- und Erlebnisführungen, ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, Film- und Vortragsabende, gesellige Adventsveranstaltungen und, und, und ... Ebenso können Kindergeburtstage oder Schwarze und Süße Pausen als zünftige Bergmannsvesper im Anschauungsbergwerk gebucht werden. Für Schulgruppen hält das Museumsteam unterschiedliche Vermittlungsangebote bereit. Dazu gehören Lernerlebnisse wie „Menschen und Geschichten", „Sachsens Industrie im 19. Jahrhundert" oder „Unterwegs in den Strecken".

 

Die Umsetzung dieser Angebote sowie der Museumsbesuch allgemein erfolgen unter den jeweils gültigen Bestimmungen des Freistaates Sachsen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die konkreten Regelungen für die Museumsnutzung können Interessierte tagesaktuell telefonisch im Museum erfragen. Außerdem sind im Museum entsprechende Hinweise angebracht.

 

Der reguläre Eintrittspreis zur Schauplatzausstellung KohleBoom. beträgt 6 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt kostenfrei. Für Zusatzangebote fallen weitere Kosten an. Weitere Informationen zum Bergbaumuseum, zum Veranstaltungsprogramm und zu den Lernerlebnissen unter www.bergbaumuseum-oelsnitz.de.

 

Hier geht's zum Video

 

Foto Außenansicht des Museums (c) Bertram Kober
Foto Ausstellungsabteilung zur Ausbildung der Bergleute im Steinkohlenbergbau (c) Gregor Lorenz
Foto Atelier-Inszenierung zum „malenden Bergmann" Willibald Mayerl, im Hintergrund u.a. sein Werk „Der Tod und die Hauer", Öl auf Leinwand, 1945 (c) Gregor Lorenz
Foto Dampfmaschine des Kaiserin-Augusta-Schachtes mit 1.800 PS, größte erhaltene und vorführbare Dampfmaschine Sachsens (c) Peter Franke
Foto Vermittlungsangebot im Anschauungsbergwerk des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge (c) Gregor Lorenz

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