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Heute

Ausstellung: "Adelsspross und Bürgerskind."

Auf einen Blick

Ein kindlicher Reigen in Malerei und Grafik

In der abendländischen, christlich geprägten Kunst waren Kindesdarstellungen bis in die frühe Neuzeit fast ausschließlich auf den Jesusknaben in der mütterlichen Obhut der Jungfrau Maria beschränkt. Im 16. Jahrhundert, dem Zeitalter des Humanismus und der Reformation, wurden zunehmend auch „weltliche“ Kinder zunächst aus adligen Familien abgebildet. Hinzu kommen im 17. und 18. Jahrhundert Kinderbildnisse des aufstrebenden Bürgertums. Ob Adelsspross oder Bürgerskind – oft geben diese Malereien und Grafiken die Erwartungshaltung der Erwachsenenwelt wieder. Unter dem Einfluss des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) betonte das Zeitalter der Empfindsamkeit in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die natürliche Erziehung des Kindes. Zu diesem Ideal gehörte vor allem das behütete Aufwachsen auf dem Land, verbunden mit Tätigkeiten in der Natur. Dagegen sollten Kinder des Adels die seit Generationen bestehenden herrschaftlichen Familientraditionen fortführen und die damit verbundenen Macht- und Besitzansprüche sicherstellen. Nicht selten wurde der aristokratische Nachwuchs als Erwachsene en miniature im Bild festgehalten. Im 19. Jahrhundert zeigen zahlreiche Genrebilder den kindlichen Alltag im meist idyllisch anmutenden ländlichen Raum. Zunehmend werden Kinder als eigenständige, heranwachsende Persönlichkeiten wahrgenommen. Neben grafischen Blättern und Gemälden des 16. bis 20. Jahrhunderts, von Albrecht Dürer bis Käthe Kollwitz aus eigenen Sammlungsbeständen, präsentiert die Ausstellung auch einzelne Beispiele von Kindermöbeln aristokratischer und bürgerlicher Herkunft sowie eine historische Taufgarnitur und wird von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Führungen, Konzert, Vortrag, Familien- und Ferienangeboten begleitet.
 
Hinweis: Historische Räume (Schlosskabinett) im 2. OG nur über eine Treppenanlage erreichbar, leider kein barrierefreier Zugang möglich. Im Haus sind feste sowie mobile Sitzgelegenheiten vorhanden.
 
Öffnungszeiten:
Mi bis So 11 bis 17 Uhr
Mo/Di geschlossen
 
Preis:
7,00 Euro (Vollzahler)
5,00 Euro (ermäßigt)
Kinder bis 16 Jahre frei
 
Telefon Museum: 03763 777580
E-Mail: schlossmuseum@glauchau.de

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