Wie die Lichtensteiner vor 100 Jahren feierten
Vor 12 Jahren sichteten wir historische Filme im Museum. Dabei waren auch Nitrofilme, Material, das brandgefährlich werden kann und dringend fachgerecht gelagert werden musste. Der weitere Weg führte uns über das Sächsische Staatsarchiv in Wermsdorf zum Projekt der Sächsischen Landesbibliothek Dresden, wo unsere Filme in gute Hände kamen. Dank des SAVE-Projektes wurden sie vor einigen Jahren digitalisiert.
Einen Einblick in das Projekt und natürlich eine Filmvorführung geben wir Sonntag in zwei Wochen, am 22. Februar 2026 zur Museumsveranstaltung „Treffpunkt Schaudepot“ im Kultur.Palais.Lichtenstein.
Ab 14:30 Uhr gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.
Um 15:00 Uhr beginnt die Filmvorführung:
Dann wird es quirlig in den Straßen von Lichtenstein/Sa. Durch die Stadt ziehen Frauen, Männer, Kinder, ältere Menschen, verkleidete Personen, geschmückte Wagen, viele Pferde.
Es ist September 1925. Für ein fulminantes Schulfest haben sich alle in Schale geworfen und einen großen Festumzug auf die Beine gestellt. Es geht durch die Bachgasse, zum Altmarkt hinauf und am Callnberger Schützenhaus vorbei. Viele Kinder tragen Kostüme. Sie stellen historische Ereignisse dar oder Handwerksberufe. Ein Rosenwagen mit Prinzessin zieht vorbei, gefolgt von einem Gewimmel aus Mädchen in weißen Kleidern. Sie haben riesige Schleifen im Haar. Es wird getanzt, musiziert. Handküsse fliegen zu den Schaulustigen.
Ein zweiter Film fängt einen Sommertag 1926 ein. Vor 100 Jahren feiern die Menschen das 125-jährige Bestehen des Schützenvereins. Ein Festumzug windet sich vom Altmarkt die Hauptstraße hinab. Die Häuser sind geschmückt. Am Straßenrand drängen sich die Bürgerinnen und Bürger. Sie haben sich festlich gekleidet. Die Frauen tragen Hüte und die typ. Kleider der 20-er Jahre.
Vierzig Jahre später: Eine Filmkamera hält wieder auf die Hauptstraße, die jetzt Ernst-Thälmann-Straße heißt und den Menschen zu eng geworden ist. Jetzt wird der Weg frei gemacht für den fließenden Verkehr. Eines der ältesten Häuser der Stadt muss weg, andere folgen. Den Abriss des Gasthauses Weißes Ross u.a. Gebäude zeigt der dritte Film aus dem Jahr 1965.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellt Lukas Schneider von der Sächsischen Landesbibliothek Dresden weitere Filme vor, wobei dann auch Tonfilme gezeigt werden. Herr Schneider ist der Leiter des Projektes SAVE. Die Abkürzung steht für: Sicherung des audio-visuellen Erbes in Sachsen. So werden historische Film-, Video- und Tonaufnahmen aus Sachsen gerettet. Bislang konnten bereits mehr als 100.000 Spielminuten in Zusammenarbeit mit 68 verschiedenen Projektpartnern digitalisiert, erschlossen und für zukünftige Generationen zugänglich gemacht werden.
Beginn Kaffeetrinken: 14:30 Uhr
Beginn der Filmvorführung: 15:00 Uhr
Eintritt: 2,00 Euro
Ort: Kultur.Palais.Lichtenstein,
Schlossallee 2, 09350 Lichtenstein/Sa.