© Oliver Göhler

In 24 Tagen

„Urfaust“ - Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe

Auf einen Blick

Meine Ruh’ ist hin, mein Herz ist schwer, ich finde sie nimmer und nimmermehr.

Der alte Faust ist zerrissen. Schwankend zwischen Leben und Tod – lebensmüde – sucht seine Vergangenheit ihn heim. Es ist ein unwirklicher Zustand im flackernden Neonlicht eines Krankenzimmers, in dem Faust erwacht. Träumt er, dass Mephisto höchstpersönlich
sich zu ihm aufs Bett setzt und von den Abgründen des Daseins erzählt?
Sind seine beiden jüngeren Wiedergänger tatsächlich Krankenpfleger und Oberarzt, die ihn aus ihrer Glaskabine beobachten und beim Grübeln zuschauen? Oder sind sie seine eigene Reue, seine eigene Wehmut?
Die Inszenierung der Regisseurin Nora Bussenius begibt sich in Zwischenwelten: 
zwischen Narkose und Aufwachen, zwischen rauschhafter Geisterwelt und der Banalität alltäglicher Begierden. Ein liminaler Zustand also, ein undurchdringliches Nicht-mehr-Leben
und Noch-nicht-Sterben. Bühnenbildnerin Lara Belén Jackel hat d i e deutsche Tragödie in ein steril-weißes Setting übersetzt, das viele aus eigenen Krankenhausaufenthalten oder -besuchen kennen: Wer hier landet, zum Heilen oder Sterben, findet nichts Gemütliches,
sondern ein Erleben, das sich seiner eigenen Wahrhaftigkeit nie ganz sicher sein kann.
So liegt auch Faust da, sich selbst, seinen Erinnerungen und dem Willen des medizinischen Personals ausgeliefert.
Diese frühe »Faust«-Fassung vom jugendlichen Goethe besticht durch eindringliche, unmittelbare Sprache. Hier steht nicht der Pakt mit dem Teufel im Mittelpunkt, sondern die Tragödie um Faust und Gretchen: eine unmögliche Liebesgeschichte, die nicht nur an ihrer
Minderjährigkeit scheitern muss. Gretchen, im Grunde selbst noch Kind, begehrt, liebt und leidet. Sie bricht aus sexualfeindlicher Tugend und gesellschaftlicher Norm aus und wird schließlich zur Mörderin ihres eigenen Kindes – oder doch nicht?

Jedenfalls: Gretchen ist hier nicht nur Projektionsfläche, sondern eine vielseitige
und autarke Frauenfigur.

Regie Nora Bussenius Bühne/Kostüme Lara Belén Jackel Musik Sebastian Undisz Video Gary Hurst Dramaturgie Kornelius Luther
Mit Kristin Heil, Ute Menzel; Klaus Gramüller, Daniel Koch, Lev Semenov, Kinderstatisterie

Premiere 7. März | 19.30 Uhr | Gewandhaus | Im Anschluss Premierenempfang

Weitere Vorstellungen: 11. März + 12. März | 18.00 Uhr + 13. März |
19.30 Uhr + 22. März | 16.00 Uhr | Gewandhaus |

Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (außer bei der Premiere).

Nachgespräch
»ALLES IN DER WELT LÄSST SICH ERTRAGEN«
Eine scheinbar endlose Abfolge von Krisen taktet das moderne Leben. Kriege, Umweltkatastrophen und Konflikte überlagern die persönlichen Krisen – und umgekehrt. Wie soll man das nur aushalten?
Nachgespräch mit der Pfarrerin der evang. Stadtkirchgemeinde Insa Lautzas über Resilienz und den Umgang mit multiplen Krisen bei Goethe und in unserer Gegenwart.

Moderation: Kornelius Luther
Im Anschluss an die Vorstellung am 22. März.
Kartenpreise: 10,50-39,00 €


Weitere Termine

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