© Oliver Göhler

In 20 Tagen

Burgsommer - Open-Air-Theater: „Stolz und Vorurteil * (*oder so)"

Auf einen Blick

Schauspiel von Isobel McArthur (*1986) nach Jane Austen | Deutsch von Silke Pfeiffer

Bei der jüngst erschienenen neuen Bridgerton-Staffel gab es ein großes »Hallo«: Benedict Bridgerton, der adlige zweitgeborene Spross der berühmten Adelsfamilie Bridgerton, verliebte sich in ein Dienstmädchen! Nicht nur, dass ein Dienstmädchen Teil einer Liebesgeschichte wurde, die berühmte Netflix-Serie über die RegencyÄra in Großbritannien nahm sich auch erstmalig Zeit, um den Alltag und ganze Dialogszenen des Dienstpersonals zu zeigen. Einen ähnlichen Zugriff wagte schon 2019 die Dramatikerin Isobel McArthur mit ihrer erfolgreichen Bühnenadaption von Jane Austens »Stolz und Vorurteil«. Um einen Roman auf die Bühne zu übertragen, braucht es Figuren, die die Erzählstimme im Buch ersetzen. Was ist da nicht naheliegender, als fünf Dienstmädchen
diese Vermittlerinnenrolle zukommen zu lassen? Sind sie nicht sowieso bei allen sozialen Events ihrer Herrschaften dabei und werden nur gerne übersehen? Dabei kann man »keine stürmische Romanze führen ohne saubere Bettwäsche!« Deshalb sind sie es, die die Geschichte der Bennet-Schwestern erzählen dürfen.
Meryton – ein kleines verschlafenes Örtchen zwischen London und Cambridge. Mrs. Bennet möchte ihre fünf Töchter möglichst schnell unter die Haube bringen. Da trifft es sich gut, dass die schöne Jane, Mrs. Bennets älteste Tochter, von dem jungen Charles Bingley angetan ist, der das Gut in der Nachbarschaft gepachtet hat. Doch Bingleys Freund Darcy ist mit der Wahl seines Freundes nicht einverstanden. Wie kann eine Frau des ländlichen Klein-adels in eine Familie des reichen Hochadels einheiraten? Auf dem Merytoner Stadtball verursacht er einen Eklat. Er beleidigt Janes Schwester Elizabeth in aller Öffentlichkeit …
McArthur hat historische Gesellschaftskonventionen mit modernen »romantischen« Erwartungshaltungen verbunden. Entstanden ist eine turbulente Komödie mit schnellen Kostümwechseln und schmissigen Songs, in der alle 17 Rollen von nur fünf Darstellerinnen gespielt werden.

Regie: Tamó Gvenetadze, Bühne/Kostüme: Annabel von Berlichingen, Musikalische Einstudierung: Sebastian Undisz, Dramaturgie: Luise Curtius, Mit: Kristin Heil, Sophie Hess, Andrea Klem, Claudia Lüftenegger, Ute Menzel

Hinweis: Open-Air, bitte achten Sie auf Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser.
Premiere 12. Juni | 20.30 Uhr

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