Die Veranstaltung findet in der Sakristei statt !
In der Nacht des 9. November 1938 loderten auch in Zwickau die Flammen. Was das blinde Wüten der Reichspogromnacht vom jüdischen Betsaal in der Burgstraße 10 übriggelassen hatte, musste durch die jüdische Gemeinde beseitigt werden. Den Schutt verbachte man zur Crimmitschauer Straße, wo ihn kurze Zeit später Schüler durchwühlten, nachdem sie das nahe Stadtmuseum besucht hatten. Sie sollten tatsächlich auf etwas Verwertbares stoßen. 64 Jahre später wird in der Ratsschulbibliothek eine in braunes Packpapier gewickelte Rolle aus dem Handschriftenzimmer genauer in Augenschein genommen. Das unscheinbare Paket vom obersten Regalboden entpuppt sich als Überrest einer Thorarolle. In seinem Vortrag nimmt uns Dr. Lutz Mahnke mit auf die bewegende Reise des heiligen Textes. Er beleuchtet die genauen Umstände der Rettung im Nationalsozialismus und beschreibt die verschlungenen Wege der Aufbewahrung bis hin zur Wiederentdeckung. Auch die heutige Bedeutung der Thora spielt eine Rolle, mit Blick auf das Erinnern und den Dialog zwischen den Religionen.
Eintritt frei, Eintrittskarten sind vorher in den Priesterhäusern Zwickau abzuholen