Der Rundgang startet am südlichen Ende des Kornmarktes, wo sich von 1231–1525 ein Franziskanerkloster befand. Am 30. April 1522 predigte Luther zweimal in der Klosterkirche. Biegen Sie nach rechts in die Peter-Breuer-Straße, wo sich auf der linken Seite der Grünhainer Kolsterhof befand. Biegen Sie in die Schulgasse ein und laufen Sie weiter bis zum Domhof. Hier befinden sich an der Ecke die Priesterhäuser. Sie gehen teilweise auf das 13. Jh. zurück und gehören so zu den ältesten städtischen Wohnhäusern Deutschlands. Hier wohnte vor der Reformation die Geistlichkeit der Marienkirche wie Pfarrer, Prediger und Messpriester, die an den zahlreichen Altären ihren Dienst versahen. Als stadtgeschichtliches Museum verwahren die Priesterhäuser zahlreiche gegenständliche Zeitzeugen aus der Reformationszeit. Gegenüber befindet sich der Dom St. Marien - eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Sachsens. Während der Reformation wirkten hier seit 1517 Johann Wildenau (genannt Egranus), der im engen Kontakt zu den Wittenberger Reformatoren stand, sowie auf Empfehlung Luthers 1520 Thomas Müntzer. Passieren Sie die ehemalige Lateinschule am Domhof 2 und überqueren Sie den Marienplatz bis zum Hauptmarkt. Vorbei am Stephan-Roth-Haus gelangen Sie zum Rathaus. Überqueren Sie den Hauptmarkt Ostspiegel, wo Sie am Mühlpforthaus vorbeikommen. Biegen Sie nach links in die Katharinenstraße ein bis zur Katharinenkirche. Hier wirkte Thomas Müntzer von Herbst 1520 bis April 1521 als Prediger. Vor der Kirche sind die Statue Thomas Müntzers sowie ein Relief über den Bauernkrieg von dem Berliner Bildhauer Jürgen Raue aus dem Jahr 1989 zu sehen. Linker Hand sehen Sie bereits das Schloss Osterstein, welches seit 2008, aufwenig rekonstruiert, in neuem Glanz erstrahlt. Luther predigte am 2. Mai 1522 auf dem Schloss. Durchqueren Sie den Schlosshof und nutzen den zweiten Ausgang zum Dr.-Friedrichs-Ring. Von hier aus können Sie über das Muldeparadies zurück Richtung Altstadt spazieren - mit einem letzten Halt an der Paradiesbrücke. Einer Legende nach soll Luther bei seinem Besuch in Zwickau von wütenden Franziskanern in einen Hinterhalt gelockt worden sein. Da er sich gegen die bewaffneten Mönche nicht wehren konnte, floh Luther über die Muldenbrücke in das erstbeste ofen stehende Haus. Drinnen soll er ausgerufen haben: "Gott sei Dank, dass er mich dieses Haus finden ließ. Denn wahrlich, es ward mein Paradies." Das Wirtshaus, welches sich gegenüber von Ihrem jetzigen Standort befand, hieß von nun an, auch seiner schönen Lage wegen, "Das Paradies".